Angriff auf das Flüchtlingsheim in Forst

Bei der so genannten „Massenschlägerei“, welche am Dienstagabend in einem Forster Flüchtlingsheim stattgefunden haben soll, handelte es sich tatsächlich um einen Angriff. Am Freitag den 22.8. um 14 Uhr findet eine Kundgebung in Forst statt, die das unter anderem thematisiert.

Im Vorfeld kam es am Dienstag gegen 19 Uhr zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung in der Gubener Straße zwischen einer Gruppe Tschetschenen und einer Gruppe Flüchtlinge aus verschiedenen afrikanischen Ländern. Die Situation wurde durch die eintreffende Polizei beruhigt. In der Nacht waren als Reaktion mehrere Polizeifahrzeuge in der Stadt unterwegs. Trotzdem konnte sich gegen 2 Uhr wieder eine größere Gruppe Tschetschenen versammeln und das Flüchtlingsheim angreifen. Jalousien wurden von außen eingetreten und Fensterscheiben zerschlagen. Die Angreifer drangen in das Heim ein und gingen mit Messern auf ihre Opfer los. Laut Polizeiangaben wurden 9 Menschen verletzt, einige mussten im Krankenhaus behandelt werden. Von den Angreifern wurden 17 festgenommen.

„Die Menschen hatten nach diesen zwei brutalen Angriffen große Angst und wollten nicht in ihrem Wohnheim bleiben. Sie saßen am Morgen bereits auf gepackten Koffern und wollten zu Familienangehörigen oder nach Eisenhüttenstadt in die zentrale Aufnahmestelle gebracht werden.“, schildert Markus Breu, einer der vor Ort Anwesenden Unterstützer in Forst.

Einige von den Betroffenen konnten bei Unterstützern oder Familienmitgliedern untergebracht werden. Am Mittwochnachmittag gab es bereits ein Krisengespräch verschiedenen Verwaltungsstellen. Der Stärkere Einsatz von Wachdienst und Polizei im und vor dem Heim soll die Sicherheit erhöhen.

„Die Wohnsituation in dem neuen Heim in Forst birgt strukturelle Probleme. Menschen aus verschiedenen Nationen mit jeweils individuellen Leben- und Fluchtgeschichten wohnen hier seit kurzer Zeit auf engem Raum zusammen, stehen sich persönlich aber kaum nahe. Es wären soziale Instanzen nötig, um die dort lebenden Menschen zusammen zu bringen und Konflikte begleiten und lösen zu können. Der in den Heimen angestellte Sozialarbeiter scheint mit der Situation überfordert zu sein.“, so Markus Breu weiter.

Es kann keine langfristige Lösung sein, dass fehlende Hilfsstrukturen in Krisensituationen durch die Polizei ersetzt werden. In Forst hat sich ein Unterstützerkreis gebildet, welcher mit einigen Heimbewohnern zusammen auf bestehende Probleme aufmerksam machen will. Am kommenden Freitag findet deshalb um 14 Uhr eine Kundgebung am Max-Seydewitz-Platz in Forst statt. Thematisch geht es in der Veranstaltung um Gewalt gegen Flüchtlinge und darum, wie Zivilcourage zu einem solidarischeren Miteinander beitragen kann.